Géint Gewalt u Kanner

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Was ist Gewalt, und welche Formen gibt es?

Was ist Gewalt
 

Jeder Mensch hat das Recht auf körperliche Unversehrtheit.
Jedes Kind hat das Recht auf eine unversehrte und gewaltfreie Kindheit.
Viel zu oft werden diese Rechte nicht beachtet, weil Verstösse dagegen nicht einmal wahrgenommen werden.
Um die Gewalt gegen Kinder verhindern zu können, oder um sie zu beenden, muss ich sie erst einmal erkennen.
Wer nicht genau hinsieht, wird die Gewalt nicht erkennen!

Was ist Gewalt gegen Kinder und Jugendliche?
Gewalt hat viele Gesichter!

Gewalt war lange Zeit legitim!
Die Geschichte der Kindheit ist auch eine Geschichte der Gewalt. Über Generationen hinweg galten körperliche Gewalt, Bestrafung und Züchtigung in der Familie und in der Schule als notwendige Erziehungsmittel. Gewaltanwendungen zur Erzwingung von Gehorsam und Disziplin oder zur Vermittlung von Werten waren im Alltagsdenken, in religiösen Vorstellungen und in der Wissenschaft fest verankert. Erst mit der einsetzenden Aufklärung im 18. Jahrhundert wurden Vernachlässigung und Misshandlung von Kindern ernsthaft öffentlich thematisiert.
Der Weg zu einer Institutionalisierung von Kinderrechten war weit. In Deutschland wurde der Anspruch auf eine gewaltfreie Erziehung für Kinder erst im Jahr 2000 rechtlich fixiert (Bange 2005; Lamnek et al. 2006).

Kindesmisshandlung ist jede "nicht zufällige, bewusste oder unbewusste gewaltsame psychische und/oder physische Beeinträchtigung oder Vernachlässigung des Kindes durch Eltern/Erziehungsberechtigte oder Dritte, die das Kind schädigt, verletzt, in seiner Entwicklung hemmt oder zu Tode bringt", und die das Wohl und die Rechte eines Kindes beeinträchtigt oder bedroht (Blum-Maurice et al. 2000; nach Bast et al. 1990). Von Gewalt sprechen wir nicht nur bei absichtlichen, sondern auch bei fahrlässigen Schädigungen. Gewalt umfasst neben
körperlichen Verletzungen auch psychische und seelische Beeinträchtigungen in der Entwicklung des Kindes. Neben der körperlichen Gewalt mit sichtbaren Folgen (Verletzungen) stellen damit auch subtilere Formen verbaler Misshandlung, wie die Androhung von Gewalt oder Demütigungen, Gewalthandlungen dar. Zur Gewalt gegen Kinder gehören auch sexuelle Praktiken, die das Kind veranlassen, Handlungen zu erdulden oder zu vollziehen, die seine psychische Entwicklung schädigen. Gewalt gegen Kinder tritt in folgenden Formen auf:
- Körperliche Gewalt,
- Seelische Gewalt,
- Vernachlässigung,
- Sexualisierte Gewalt,
- Mobbing bzw. Cybermobbing,
Durch Misshandlungen werden Kinder nicht zufällig geschädigt. Oft genug wird eine verantwortliche, erwachsene Person wiederholt gegen ein Kind gewalttätig.Gewalt gegen Kinder wird am häufigsten in der Familie und in deren unmittelbarem Umfeld ausgeübt. Die Gewaltanwendung von Eltern ist dabei häufig eine Folge ihrer Überforderung in der Erziehung oder ihrer Hilflosigkeit in belastenden und schwierigen Lebensverhältnissen. Statt allein auf Sanktion gegen die Eltern zu setzen, ist für einen wirksamen Kinderschutz deshalb ein familienorientierter
Ansatz wichtig, der in Zusammenarbeit mit den Eltern und der ganzen Familie die Komplexität der Gewalt auslösenden Problemkonstellation identifiziert und angemessene Hilfe- oder Schutzangebote initiiert (Buchner, Cizek et al. 2001a).

„Es ist ein großer Blödsinn, zu glauben, Misshandlungen gebe es nur in der Unterschicht.“
„Diese Eltern aus den Villenvierteln treten weniger in Erscheinung, weil sie nicht so stark im Fokus der Jugendämter stehen und sich besser zu wehren wissen.“
„Heute gibt es vermeintlich mehr Fälle – weil glücklicherweise mehr erkannt wird.“
„Die wenigsten handeln in bewusster Tötungsabsicht, auch die sadistische Komponente spielt eine geringe Rolle.“
„Vielleicht ist es nicht so sehr eine Frage der Überforderung, sondern eine der Mentalität, ob man sich hinreißen lässt, ein Kind so zu verdreschen, dass es stirbt.“
– Elisabeth Trube-Becker

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