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Suizidalität

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Der Suizid:
Suizid (von neulateinisch
suicidium: aus sui "seiner" und -cidere "töten", das "Töten seiner selbst", auch Selbsttötung, Selbstmord oder Freitod) ist die beabsichtigte Beendigung des eigenen Lebens, sei es durch eine aktive Handlung oder passiv durch das Unterlassen lebenserhaltender Maßnahmen wie die Einnahme lebensnotwendiger Medikamente, Nahrungsmittel oder Flüssigkeiten. (Wikipedia)

Suizidalität:
Suizidalität, auch Suizidgefährdung oder umgangssprachlich Lebensmüdigkeit genannt, umschreibt einen psychischen Zustand, in dem Gedanken, Phantasien, Impulse und Handlungen anhaltend, wiederholt oder in bestimmten krisenhaften Zuspitzungen darauf ausgerichtet sind, gezielt den eigenen Tod herbeizuführen. Die Suizidologie beschäftigt sich als wissenschaftliche Fachrichtung mit der Erforschung suizidaler Geschehnisse.
Es besteht eine graduelle Differenzierung zwischen Suizidgedanken ohne den Wunsch nach Selbsttötung – die ebenfalls zur Suizidalität zählen – und drängenden Suizidgedanken mit konkreten Absichten, Plänen bis hin zu Vorbereitungen eines Suizids.
Suizidalität ist keine Krankheit, sondern Symptom eines zugrundeliegenden Problems. Sie besteht als Zuspitzung einer seelischen Entwicklung, in der Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit überhand genommen haben. Suizidale Menschen erleben sich meist als innerlich zerrissen und stehen ihrem Wunsch zu sterben oftmals ambivalent gegenüber. Einerseits empfinden die Betroffenen ihr Leben als unerträglich leidvoll und wollen es daher beenden, andererseits spüren viele eine Art Selbsterhaltungstrieb, Furcht vor starken Schmerzen im Rahmen eines Suizidversuchs sowie allgemein große Unsicherheit in Bezug auf die Konsequenzen ihres Handelns. Eine Möglichkeit, ihr derzeitiges Leben zu ändern, es neu zu beginnen, ist bei akuter Suizidalität nicht zu erkennen; der Suizid erscheint dieser Personengruppe als der einzige Ausweg.
Da sich Suizidalität sehr unterschiedlich äußern – oder nicht äußern – kann, gerät der Versuch einer Einschätzung, wie akut die Suizidalität eines Menschen ist, zu einem oft schwierigen, manchmal gar aussichtslosen Unterfangen, vor allem bei jenen Menschen, die Hilfsangeboten – aus welchen Gründen auch immer – ablehnend gegenüber stehen. Bei akuter Suizidalität, in der der Betroffene möglicherweise bereits konkrete Pläne und Vorbereitungen getroffen hat und sich von seinen Absichten nicht distanzieren kann, liegt im Rahmen der Fürsorgepflicht eine Indikation für die Zwangseinweisung in eine psychiatrische Klinik vor.
Bei der Einschätzung bzw. Diagnostik der Suizidalität sind folgende Gesichtspunkte von Bedeutung:
Präsuizidales Syndrom: Einengung, Aggressionsumkehr, Suizidfantasien,
Risikofaktoren: Psychische Krankheit (insbesondere Depression oder Sucht), psychosoziale Krisen, vorhergehende Suizidversuche, Suizide in der Familie,
Aktuelle Befindlichkeit: Hoffnungslosigkeit, Angst, Schlaflosigkeit, Freudlosigkeit, Impulsivität und akute Lebensbelastungen: gestörte Krankheitsverarbeitung, unerträgliche Erinnerungen, negative Einschätzung der Lebensumstände, Resignation,
Trennungserfahrungen: gescheiterte Partnerschaft, Tod eines Angehörigen, Kränkung, Entwicklungskrisen, Entlassung aus stationärer psychiatrischer und psychotherapeutischer Behandlung,
Als eine Sondergruppe der Suizidalität kann man den Sterbewunsch von Menschen sehen, die angesichts von Altersschwäche, Altersbeschwerden oder einer tödlich verlaufenden unheilbaren Krankheit sterben möchten. Nicht selten verweigern solche Menschen die Aufnahme von Nahrung und/ oder Flüssigkeit; ihre Angehörigen und Ärzte stehen dann vor der Frage, ob ein solcher Mensch zurechnungsfähig ist (siehe auch mutmaßlicher Wille, Patientenverfügung, künstliche Ernährung).
(Wikipedia)

Hilfe bei Suizidgedanken:
Fast jeder Mensch denkt im Laufe seines Lebens irgendwann einmal an Selbsttötung. Doch wenn Menschen direkt mit dem Thema konfrontiert werden - etwa weil ein Freund davon spricht, dass er nicht mehr leben will - sind die meisten damit überfordert. Das Team des Krisenzentrums Dortmund hat einige hilfreiche Punkte zur Selbsttötung zusammengestellt:

Die meisten Menschen haben irgendwann in ihrem Leben Selbsttötungsgedanken.
Die Neigung zum Suizid (Suizidalität) hat in der Regel nichts mit einer Krankheit zu tun und wird nicht genetisch vererbt.
Selbsttötungsgedanken sind zumeist Ausdruck einer tiefen Lebenskrise, die überwindbar ist.
Es gibt Risikogruppen: depressive Menschen, Alkohol-, Medikamenten- und Drogenabhängige, alte Menschen, vereinsamte Menschen, Menschen, die bereits mehrere Suizidversuche unternommen haben oder in deren Familie es mehrere Suizide in der Vergangenheit gab.
Suizidgedanken haben Gründe, oft eine lange Kette von Enttäuschungen, Demütigungen und gescheiterten Lösungsversuchen.
Gefährlich sind die Auslöser, das sind die kurzen, von außen oft unspektakulär erscheinenden Situationen, die wie der Tropfen wirken, der das Fass zum Überlaufen bringt.
Es ist entlastend, die Suizidgedanken oder -phantasien offen auszusprechen.
Massiv belastende Probleme und Krisen gehören zum Leben jedes Menschen und machen uns stärker, wenn wir sie im Leben lösen.
Hinter Suizidgedanken steht meist der sehnliche Wunsch nach einer radikalen Lösung, nach Ruhe und schneller Befreiung von einer starken Belastung oder ein Hilferuf und nicht der Wunsch, tot zu sein.

Fast jeder denkt irgendwann einmal an Selbsttötung:

Wenn
Sie an Selbsttötung denken, sollten Sie:
- sich lange Bedenkzeit geben, um eine Lösung im Leben zu finden, denn "Suizid ist ein radikaler Lösungsversuch für ein vorübergehendes Problem".
- mit einem vertrauten Menschen offen über ihre Selbsttötungsgedanken sprechen.
- Hilfsangebote annehmen, auch wenn Sie im Augenblick wenig Zuversicht haben.
- die Telefonseelsorge oder das Kinder- und Jugendtelefon anrufen.
- professionelle Hilfemöglichkeiten (Beratungsstellen, Ärzte, Lehrer, Pfarrer) aufsuchen.
- sich Möglichkeiten ausdenken, um schwierige Zeiten zu überbrücken und die akuten Suizidgedanken zu bekämpfen (Rausgehen, Freunde besuchen, Kino, Sport).
- sich in schützende Hände begeben (stationärer Aufenthalt), wenn Sie die Verantwortung für sich im Augenblick nicht übernehmen wollen oder tragen können.

Wenn
ein nahestehender Mensch an Selbsttötung denkt oder davon spricht:
- sind Sie in dieser Situation nicht an ein eventuell abgegebenes Schweigeversprechen gebunden.
- behalten Sie keine Geheimnisse für sich, wenn sie zum Tod führen können.
- erkennen Sie ihre Grenzen, denn Sie können nicht die Verantwortung für das Überleben eines Menschen übernehmen.
- sprechen Sie mit vertrauten Menschen und weihen diese in Ihre Sorgen und Ängste ein und holen sich damit Hilfe für sich selbst.
- zeigen Sie Verständnis für die Situation der selbstmordgefährdeten Menschen, verkleinern Sie nicht deren Probleme, versuchen Sie nicht, sie umzustimmen, machen Sie ihnen keine Vorwürfe.
- schauen Sie genau hin, hören Sie zu, seien Sie aufmerksam und nehmen Sie die Betroffenen ernst.
- wenn Sie einem selbstmordgefährdeten Menschen ein Hilfeangebot machen möchten, dann geben Sie nur ein Versprechen ab, das Sie wirklich einhalten können.
- dabei wissen: die Problemlösung steht nicht an erster Stelle, sondern die erste Hilfe für die Betroffenen ist, wie sie sich von den drängenden Suizidgedanken schützen können.
- lassen Sie sich nicht in einen Sog von Verzweiflung und Schuldgefühlen ziehen, suchen Sie sich Unterstützung.

Warum? - die Frage der Trauernden:
Wenn Sie einen nahestehenden Menschen durch Suizid verloren haben:
- erleben Sie möglicherweise schockartig eine dramatische Veränderung ihrer Lebenssituation und geraten selber in eine existenzielle Lebenskrise.
- entwickeln Sie oft Gefühle von Schuld und Scham und quälender Selbstvorwürfe.
- fällt es Ihnen schwer, ganz normale Trauer zu empfinden und Abschied von diesem Menschen zu nehmen.
- brauchen Sie oft sehr lange (bis zu zwei Jahre und länger) um eine Einstellung zum Leben ohne die/den Verstorbene/n zu finden.
- brauchen Sie Aufmerksamkeit, Zuwendung, Geduld, verlässliche Beziehungen und emotionalen Halt.
- brauchen Sie manchmal im besonderen Maße professionellen Beistand und Hilfe.
- können Sie sich an Beratungsstellen, Krisentelefone, Selbsthilfegruppen und Trauergruppen wenden.
Autor: Das Team des Krisenzentrums Dortmund; Aufzeichnung: Jürgen Dreyer, Stand vom 05.09.2007



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