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Kanner staark maachen - Kinder stärken

Prävention
 

Kinder stärken
Ich bin ein Mädchen / Ich bin ein Junge
Von Mädchen wird im Allgemeinen ein höfliches, nettes und freundliches Verhalten erwartet. Ist ein Mädchen dagegen laut und frech, gilt es als "zickig".
Von Jungen erwarten viele eher ein draufgängerisches  Verhalten. Jungs die weinen, werden schnell als Heulsuse tituliert.
Nun ist es aber so, dass laute und freche Mädchen eher Nein sagen können, wenn sie z.B. jemand gegen ihren Willen anfasst.
Jungen, die Gefühle kennen und diese auch zulassen,  können sich eher in der Not Hilfe holen. Sie wissen, dass sie nicht alles alleine durchstehen müssen.
Mädchen und Jungen, die sich im Umgang mit ihren Gefühlen sicher fühlen, und sich gut ausdrücken können, sind in der Lage in kritischen Situationen besser Hilfe zu holen und sich Erwachsenen anzuvertrauen.

Mein Körper gehört mir
Mädchen und Jungen haben Besitzansprüche auf ihren Körper! Viele Kinder wissen: "Das ist meine Puppe", "das ist mein Spielzeug"... Aber wissen sie auch: "Das ist mein Mund", "das sind meine Beine", "das ist mein Po"!? Wenn Kinder "ihre" Körperteile kennen, dann können sie bei unangenehmen Gefühlen auch präzisieren, was genau "sich schlecht" anfühlt.
Kinder müssen bestimmte Wörter kennen, um über sexuelle Übergriffe überhaupt sprechen zu können. Eine altersgerechte sexuelle Aufklärung muss den Kindern verständliche Wörter aller Körperteile, inklusive der Geschlechtsorgane, vermitteln.
Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre (Intimsphäre). Keine Berührungen gegen den Wunsch des Kindes wie Drücken, Küssen, Streicheln, Kitzeln!

Ich vertraue meinem Gefühl

Mädchen und Jungen haben ein Recht auf ihre eigenen Gefühle. Es ist wichtig mit Kindern über Gefühle wie Freude, Trauer, Angst usw. zu sprechen. Auch Erwachsene können Angst haben, und dies sollten sie vor den Kindern nicht verheimlichen, sondern offen ansprechen. Wenn ein Kind ein Gefühl äussert, dann nur, weil es dies auch so empfindet. Es sollte darin unterstützt werden, Gefühle mitzuteilen; auf keinen Fall sollten geäusserte Gefühle "weg-geredet" oder "als-null-und-nichtig-angesehen" werden. (Bsp.: "jetzt übertreibst du aber", "so schlimm ist es nun auch wieder nicht").

Angenehme und unangenehme Berührungen unterscheiden

Berührungen wie Schmusen, Umarmen, Küssen können zwar etwas sehr Schönes sein, aber nur wenn dies im Einverständnis mit dem Kind geschieht.
Es ist jedem unangenehm, wenn Berührungen gegen den eigenen Willen stattfinden.
Mädchen und Jungen haben das Recht, nein zu sagen., wenn sich eine Berührung nicht gut anfühlt, oder einfach auch, wenn sie diese Berührung gar nicht wollen.

Ich darf Nein sagen und Grenzen setzen

Mädchen und Jungen haben ein Recht Nein zu sagen: Nein sagen gegenüber Gleichaltrigen, aber auch Nein sagen gegenüber von Erwachsenen. Dies ist ein "Grenzen-setzen" auch gegenüber geliebten Personen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Eltern ein der Situation angepasstes "Nein" ihres Kindes akzeptieren.
Genauso sollten Kinder spüren, dass auch andere Menschen ihre Grenzen haben, die respektiert werden müssen.
Nein sagen kann und sollte geübt werden, damit die Kinder es auch in Notsituationen sagen können. "Ich möchte das nicht" - "Nein, ich geh nicht mit" - "Mir gefällt das nicht".

Schöne und blöde Geheimnisse unterscheiden und darüber reden
Es gibt schöne Geheimnisse (z.B. Geburtstagsüberraschung), und blöde, belastende Geheimnisse (z.B. schlechte Note, geklautes Handy). Schöne Geheimnisse lösen sich bald
auf, und machen allen Spaß. Blöde Geheimnisse machen Angst und bedrücken – manchmal ganz lange. Mädchen und Jungen haben das Recht blöde Geheimnisse zu erzählen. Es ist
immer richtig, mit FreundInnen und Erwachsenen darüber zu reden. Dies sollte nicht als "Petzen" gelten.

Ich darf mir Hilfe holen
Mädchen und Jungen haben das Recht, sich bei anderen Kindern/Jugendlichen und erwachsenen Personen Hilfe zu holen. Wenn wir Erwachsene ihnen vorleben, dass auch wir bei Bedarf Hilfe holen, und dies absolut normal und wünschenswert ist, dann fällt dieser Schritt unseren Kindern umso leichter.

Kinder ab sechs Jahren sollten wissen, dass es so etwas wie sexuelle Übergriffe gibt. Wer mit Kindern über das Thema spricht, sollte dies in einer behutsamen, aber klaren Weise tun.

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