Géint Gewalt u Kanner

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü

"Die Frau als Täterin"

Die TäterInnen
 

Kriminalstatistiken zeigen, dass Frauen eher Verbrechensopfer als Täterinnen sind.
Frauen begehen weniger Gewaltverbrechen wie Körperverletzung, Mord oder Totschlag, als Männer.
Andererseits sind die Männer statistisch gesehen sowohl häufiger Täter als auch Opfer von Gewaltverbrechen.
Etwa 12 bis 15% der Tatverdächtigen bei Totschlag oder Mord sind Frauen (deutsche Statistik; variiert je nach Land!). Bei leichten Verbrechen steigt die Anzahl der Frauen leicht.

Es ist eine Tatsache, dass Frauen Gewaltverbrechen begehen, und dass sie ihre Kinder und/oder ihre PartnerInnen misshandeln. Die Kindestötung ist eines der Verbrechen das, statistisch gesehen, häufiger von Frauen begangen wird.

"Die Frau als Täterin" ist ein sehr kontroverses Thema, denn einerseits besteht die Annahme, Frauen seien wenig bzw. gar nicht gewalttätig. Frauen gelten eher als das Opfer, als dass sie als Täterin gesehen werden. Andererseits besteht die Gefahr, dass Angaben über Frauen als Täterinnen dazu verwendet werden, männliche Gewalt zu rechtfertigen, bzw. die Auswirkungen von Männergewalt auf Kinder/Frauen zu verharmlosen.

Wie steht es um die sexualisierte Gewalt durch Frauen:
Aufgrund von Mütterlichkeits- und Weiblichkeitsmythologien unterliegt die sexualisierte Gewalt durch Frauen einem noch grösseren Tabu als die sexualisierte Gewalt durch Männer. Eine Enttabuisierung könnte dazu beitragen, die eigene Betroffenheit und Phänomenologie bekanntzumachen. Die zögernde Bereitschaft von Jungen (im Gegensatz zu Mädchen), über erfahrene sexualisierte Gewalt zu reden, erschwert das Ganze zusätzlich.

Es gibt also einerseits die Fakten und Zahlen über Gewalt und TäterInnen.
Und andererseits gibt es die Allgemeinheit und ihren Umgang mit genau diesen Fakten und Zahlen:
Einer (weiteren) Studie zufolge richten sich 80% der Menschen nach der allgemeinen Meinung, 16% sind zwar kritisch, aber beeinflussbar, und die restlichen 4% sind unbelehrbar.
Das Phänomen der "selektiven Wahrnehmung" erklärt, wieso Menschen vor allem solche Dinge in ihr Gehirn aufnehmen, die zu dort bereits vorhandenen Denkschemata passen. Alles andere fällt sozusagen hinten runter. Das kann sogar dazu führen, dass ein und derselbe Text, von Befürwortern und von Gegnern gelesen, von beiden entsprechend ihren "Vorurteilen", oder vielmehr bereits gebildeten Meinungen, interpretiert wird. (auch das ist Ergebnis einer wissenschaftlichen Studie).

Leider tendiert die Menschheit auch dazu, zu denken, dass "Was nicht sein darf - nicht sein kann"!

Aus Wikipedia: Als Sigmund Freud den sexuellen Mißbrauch von Kindern durch Erwachsene entdeckte und als Erster wissenschaftlich publizierte, wurde er von der akademischen Wissenschaft dafür abgelehnt: Als er über die Hysterie, das Symptom das seine spätere Patientin Dora aufwies, erstmalig referierte „berichtet Freud, der Vortrag habe eisige Aufnahme gefunden und Krafft-Ebing, der den Vorsitz führte, habe die Bemerkung gemacht: ‚Es klingt wie ein wissenschaftliches Märchen‘“1896 nahmen seine Wissenschaftlerkollegen Freud die Entdeckung des sexuellen Mißbrauchs äußerst übel, als er, mutig wie er war, es wagte, „von Personen, die kein Bedenken tragen, ihre sexuellen Bedürfnisse an Kindern zu befriedigen“, zu sprechen. Das traf auf eisiges Schweigen und wurde als Märchen diffamiert. Was nicht sein durfte, konnte nicht sein. „Der Erwachsene, der sich seinem Anteil an der gegenseitigen Abhängigkeit nicht entziehen kann, wie sie aus einer sexuellen Beziehung notwendig hervorgeht, der dabei doch mit aller Autorität und dem Rechte der Züchtigung ausgerüstet ist und zur ungehemmten Befriedigung seiner Launen die eine Rolle mit der anderen vertauscht; das Kind, dieser Willkür in seiner Hilflosigkeit preisgegeben, vorzeitig zu allen Empfindlichkeiten erweckt und allen Enttäuschungen ausgesetzt, häufig in der Ausübung der ihm zugewiesenen Leistungen durch seine unvollkommene Beherrschung der natürlichen Bedürfnisse unterbrochen – alle diese grotesken und doch tragischen Mißverhältnisse prägen sich in der ferneren Entwicklung des Individuums und seiner Neurose in einer Unzahl von Dauereffekten aus“ Anstatt den sexuellen Mißbrauch von Kindern durch Erwachsene anzuerkennen, die daraus resultierende Neurose und die sie davon befreiende Psychotherapie zu diskutieren, verleugneten die Wissenschaftler diese ihnen sichtlich unangenehme Realität und ignorierten die wissenschaftlichen Beweise Freuds.

Wir reden alle von Gewaltprävention! Doch Prävention
(vom lateinischen praevenire für "zuvorkommen, verhüten") bedeutet, dass vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden, um ein unerwünschtes Ereignis oder eine unerwünschte Entwicklung zu vermeiden. Ganz allgemein kann der Begriff mit "vorausschauender Problemvermeidung" übersetzt werden. (Wikipedia)
Wenn wir also Gewalt vermeiden wollen, müssen wir erst einmal genau hinsehen, wo und wie Gewalt stattfindet, und dann auch akzeptieren, dass sie stattfindet.
Gewaltprävention ist nicht nur:
- Gewalt erkennen...
- Kinder stärken.....
Gewaltprävention ist vor allem: genau hinsehen, erkennen, reagieren, Lösungen suchen, finden und anwenden!  

Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü