Géint Gewalt u Kanner

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü

"Sichtweisen von Betroffenen und Angehörigen"

"Sichtweisen"
 
 

"Sichtweisen"
Hier veröffentliche ich die "Sichtweisen" und Gedanken von Betroffenen und deren Angehörigen, Freunden, usw...
Da es meistens so gewünscht ist, bleibt alles anonym.
Danke an alle, die mir "ihre Sichtweisen" zuschicken. :-)


Der Wendepunkt kam, als mein Arzt mich krankschrieb. Davor hatte ich mich lange Zeit gedrückt. Aber ich war an einem Punkt in meinem Leben angelangt, wo ich keine Perspektive mehr sah. Ich war nur noch müde.
Ich versuche, mich über Kleinigkeiten nicht mehr so aufzuregen.
Manchmal überkommt mich wieder die Müdigkeit. Ich kämpfe dann nicht dagegen an, sondern versuche, mir eine kleine Ruhepause einzurichten.
Es sind die kleinen Dinge, die mich glücklich machen. Begegnungen mit Menschen, die ich interessant finde, ein Lächeln, ein Blick im Vorbeigehen.


Jeden Morgen lächle ich mein Spiegelbild an. Anfangs fiel es mir schwer, aber mittlerweile kommt das Strahlen wieder von innen heraus. Das hat lange gedauert.
Das Wichtigste: auf mich selbst zu hören. Kurz innezuhalten und mich selbst zu fragen: Was will ich eigentlich? Was tut mir gut? Ich komme jetzt an erster Stelle bei mir. Früher kamen alle anderen zuerst.


Ich stürzte mich regelrecht in die Arbeit, über mich selbst wollte ich nicht nachdenken.
Erst in der Reha kam ich wirklich zu mir selbst und konnte neue Kraft schöpfen.
Ich habe mit meinen Kollegen offen über meine Krankheit gesprochen und war sehr überrascht, wie positiv sie damit umgegangen sind. Früher wollte ich nicht, dass jemand mitbekommt, wie es mir geht. Ich musste immer den Schein wahren, das hat mich viel Kraft gekostet. Jetzt stehe ich zu mir und rede offen über meine Probleme. Das tut gut.


Für ein paar Monate war ich arbeitsunfähig. Ich ging viel spazieren, schrieb Tagebuch. (...) Ich lernte andere Betroffene kennen, was mir sehr geholfen hat. Endlich konnte ich wieder mit jemandem über mein Innerstes sprechen, fühlte mich verstanden.


Ech kennen guer keen Liewen ouni Gewalt. Ech hun Gewalt als klengt Kand kennengeléiert, an sie huet zu mengem Liewen dozougehéiert, wéi och Spillsaachen oder Schoulbicher dozou gehéiert hun. Daat ass esou wäit gaangen, dass wann ech eemol keng Gewalt erlidden hun, ech gemengt hun, ech hätt iergendeppes falsch gemaach.


Waat ass ee Gefill? Ech weess et oft net, well ech dann och mol mäin Kierper net méi spieren. (...) Zwëschen mir an mengem Kierper leien oft grouss Distanzen. Dann stiechen ech guer net am Kierper an deen geht alleng duerch dës Welt.


Mäin Kierper ass heiansdo wéi an Watt agepâckt: net elo esou, dass mir näischt géif wéidoen, oder dass näischt u mech kënnt, mä éischter esou, wéi wann ECH näischt ânescht kann erréechen/upâcken... Die âner Mënschen sin sou wäit ewech, klengen komesch...


Ee Flashback ass ewéi een "Extrabilljet" an d'Hell: eemol dohin an zréck, ...an daat ëmmer erem!!


Die DR (Derealisation) machte mich stärker und gab mir zu schätzen, dass ich öfters mal "danke" zu meinem Leben sagen darf. Dass ich alles nicht mehr für selbstverständlich nehme, sondern das schätze und akzeptiere was ich habe. Die DR lehrte mich auch, dass man nie aufgeben darf, egal was kommt.


Ich bin für ein paar Minuten völlig weggetreten - mitten im stehen, einfach so, ohne umzufallen oder sonst was - und danach war es da. Ich dachte erst, ich wäre in Ohnmacht gefallen und einfach schwach, aber es ging einfach nicht mehr weg. (...) Und danach dachte ich, jetzt bin ich vollkommen verrückt geworden. (über die Derealisation/Depersonalisation)


Derealisation: Das Krankheitsbild ist einfach zu unbekannt, aber man kann unfassbar viel Kraft schöpfen, wenn man liest, wie viele andere Menschen doch auch darunter leiden müssen und man nicht so alleine ist, wie es scheint.


Ech probéieren meng Krankheet ze verstoen, awer ech mengen do get et näischt ze verstoen! Ech an all meng Undeeler - meng Undeeler an ech. Den Wiessel zwëschen den Undeeler geschitt heiansdo esou schnell, dass ech an deem engen Moment well alles opgin, an deen nächsten Moment awer rem voller Hoffnung sin. Et ass dermoossen ermiddend! Et fuerdert vill Energie, Toleranz an Akzeptanz. An déi stin leider net ëmmer zur Verfügung.... Virun allem un der Akzeptanz happert et: wéi soll ech kënnen eppes bei mir akzeptéieren, waat vun der Allgemengheet mol net tolereiert get. (....) Et get och Momenter, wou alles gut leeft. Awer déi schwéier Momenter maachen d'Liewen heiansdo zur Hell.





Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü